Wohlfühloase für Mensch und Tier

Bewohner und Therapeuten im Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ in Schönau gestalteten naturnahen Garten – Zusammenarbeit mit Biologischer Station im Kreis Euskirchen über LEADER-Projekt „Zukunftsdörfer“ – Heimische Pflanzen für mehr Artenschutz

Bad Münstereifel-Schönau – 100 neue Eifelstauden und Wildblumen verschönern ab sofort den Außenbereich im Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ in Schönau. In einer gemeinsamen Pflanzaktion mit der Biologischen Station im Kreis Euskirchen, gefördert durch das LEADER-Projekt „Zukunftsdörfer“, pflanzten das Team der Arbeitstherapie und Bewohner zusammen mit Jennifer Thelen, Projektleiterin der Biologischen Station, regionale Pflanzen für mehr Artenschutz und verwandelten den Bereich gleichzeitig in eine Wohlfühloase für Mensch und Tier.

In einer gemeinsamen Pflanzaktion des „Haus Sonne“ und der Biologischen Station im Kreis Euskirchen wurden 100 neue Eifelstauden und Wildblumen ins Beet gebracht. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
In einer gemeinsamen Pflanzaktion des „Haus Sonne“ und der Biologischen Station im Kreis Euskirchen wurden 100 neue Eifelstauden und Wildblumen ins Beet gebracht. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress

Die Initiative zu der Aktion kam von Arbeitstherapeutin Claudia Spoden, die im Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ in den Bereichen Garten, Holz und Hauswirtschaft zuständig ist. Jeden Tag leitet sie in dem Bereich rund zehn Bewohner an, unter anderem im großen Gartenbereich der sozialtherapeutischen Einrichtung, wo jeder nach seinen eigenen Fähigkeiten tätig werden kann. „Wir haben schon Nistkästen und Vogeltränken gebaut, eine Kräuterspirale und Hochbeete angelegt und einen Totholzhaufen zum Beispiel für Igel geschaffen“, erzählt Claudia Spoden, die auch als Kräuterpädagogin aktiv ist.

Eigene Interessen einbringen

„Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Therapeuten ihre eigenen Interessen in die Arbeit mit einbringen – und hier ist der Funke einfach übergesprungen“, freut sich Maike Seidenfaden, Geschäftsführerin und Leitung des Wohnverbundes. So vermittelt Claudia Spoden ihr Wissen um Pflanzen- und Tierwelt nicht nur während der Arbeitstherapie in der Gartenpflege, sondern wirkt auch bei der Freizeitgestaltung im Wohnverbund mit, indem sie mit den Bewohnern Spaziergänge durch Wald und Wiesen unternimmt, dabei Wissen vermittelt und fördert.

Claudia Spoden und Jennifer Thelen (v.l.) begutachten die frisch gepflanzten heimischen Pflanzen, darunter Johanniskraut, Fingerhut und Sonnenröschen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Claudia Spoden und Jennifer Thelen (v.l.) begutachten die frisch gepflanzten heimischen Pflanzen, darunter Johanniskraut, Fingerhut und Sonnenröschen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress

Über das private Interesse von Claudia Spoden an Tier- und Artenschutz kam schließlich auch der Kontakt mit der Biologischen Station im Kreis Euskirchen zustande. „Unser Ziel ist ein pflegeleichtes Beet mit heimischen Stauden und Wildblumen, die zu einer so hohen Deckung kommen, dass nur wenig Unkraut durchwächst“, erklärt Jennifer Thelen. Die Pflanzen dazu kamen aus einer Eifeler Gärtnerei, die auf regionales Pflanzengut spezialisiert ist. „Regionale Pflanzen sind so wichtig, weil Blühzeitpunkt und Tierzyklus wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen müssen“, weiß die Leiterin des LEADER-Projektes „Zukunftsdörfer“.

Motivation und Identifikation

Die Bewohner von „Haus Sonne“ und ihre Arbeitstherapeuten haben viel Arbeit und Herzblut in die Gartengestaltung gesteckt. Allein eine Woche lang wurde das Beet vorbereitet. Alte Pflanzen wurden teilweise entfernt, in den Boden wurden eineinhalb Kubikmeter Sand eingearbeitet. Haustechniker Bernd Thar unterstützte die Arbeiten und holte unter anderem die Pflanzen ab. Mit Schaufel und Harke, Rechen und Gießkanne, wurden dann schließlich Stauden gepflanzt, Blumenzwiebeln eingesetzt, Wildblumen ausgesät und Totholzstücke im Beet platziert.

Einige bestehende Pflanzen wurden im Beet belassen, bevor der Boden mit Sand aufbereitet wurde, um gute Bedingungen für die regionalen Pflanzen zu schaffen, die man auch auf einer wilden Blumenwiese finden könnte. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Einige bestehende Pflanzen wurden im Beet belassen, bevor der Boden mit Sand aufbereitet wurde, um gute Bedingungen für die regionalen Pflanzen zu schaffen, die man auch auf einer wilden Blumenwiese finden könnte. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schon nach kurzer Zeit hatten Ameisen, Spinnen und Asseln ihr neues Revier beansprucht. „Wir haben bewusst ein Projekt ausgesucht, bei dem unsere Bewohner ihren Arbeits- und Wohnbereich attraktiver gestalten können und zeitnah ein sichtbares Ergebnis schaffen können“, betont Thomas Hochgürtel vom Qualitätsmanagement des Wohn- und Betreuungsverbunds Haus Sonne. „Das steigert nicht nur die Motivation während der Arbeit, sondern auch die Identifikation mit dem selbst gestalteten, persönlichen Lebensumfeld.“

Schon nach kurzer Zeit hatten Ameisen, Spinnen und Asseln ihr neues Revier beansprucht – wie hier ein Stück bemoostes Totholz. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Schon nach kurzer Zeit hatten Ameisen, Spinnen und Asseln ihr neues Revier beansprucht – wie hier ein Stück bemoostes Totholz. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Viel Arbeit haben die Bewohner der Besonderen Wohnform „Haus Sonne“ unter fachlicher Anleitung durch Claudia Spoden in die naturnahe Gestaltung ihres Außenbereichs gesteckt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Viel Arbeit haben die Bewohner der Besonderen Wohnform „Haus Sonne“ unter fachlicher Anleitung durch Claudia Spoden in die naturnahe Gestaltung ihres Außenbereichs gesteckt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress

pp/Agentur ProfiPress

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